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Geschichten aus dem Homeoffice: Christina Höflich-Staudt

Knapp 9 Wochen, 45 Tage, ca. 270 Stunden Homeoffice...

 

Homeoffice der nach meiner Auffassung wahrgewordene Traum... dachte ich. Ja die ersten drei Tage waren super – eine halbe Stunde länger schlafen, im Pyjama direkt an den PC, Haare zusammengeknuddelt und erstmal ein Tee. Naja, nach drei Tagen erhielten wir die Nachricht, dass unsere geplante Hochzeit, die am Samstag stattfinden sollte nur in sehr abgespeckter Form stattfinden darf. Das Homeoffice kam also wie gerufen und wir konnten alles völlig flexibel umorganisieren. Also fand unsere Hochzeit nur mit zwei Trauzeugen & der Familie per Zoom zugeschaltet statt. Übrigens war das echt nicht so schlimm, wie es sich anhört – wir hatten trotzdem einen tollen Tag & die Feier und eine freie große Trauung wird eben nächstes Jahr nachgeholt. Einziges Manko: unsere Flitterwochen fielen flach und wir verbrachten den Urlaub zuhause im Garten und renovierten unseren Balkon. 

 

Zurückgekehrt aus dem Urlaub ging es dann richtig los: Unser neues Format der Webinare war geboren und ich stürzte mich in die Arbeit, da die technische Umsetzung von Webinaren in meine Zuständigkeit fiel. Jetzt kam der Zeitpunkt, an dem ich anfing das Homeoffice doch nicht mehr so toll zu finden, denn ich fand einfach keine Ruhe und arbeitete von morgens bis abends ununterbrochen. Mein Alltag veränderte sich rapide zu einem vorher sehr strukturierten Alltag zu einem Workaholic-Alltag, der auch nach „Feierabend“ kein Ende zu nehmen schien, weil ich einfach nicht abschalten konnte. Ich versuchte mir Regeln zu bauen, um aus diesem Hamsterad wieder auszubrechen. Meine neuen Regeln sahen so aus:

 

1.     Mach dich verdammt noch mal fertig, bevor du anfängst zu arbeiten!

2.     Frühstücke etwas Vernünftiges!

3.     Achte darauf regelmäßig zu trinken!

4.     Mache auch daheim regelmäßig kurze Pausen und setze dir einen festen Feierabend!

5.     Rufe zwischendurch deine Eltern an & lass dir gut zusprechen :-)

 

Leichter gesagt als getan... Immerhin wechselte ich den Pyjama gegen Jogginghose und arbeitstaugliches Oberteil, gefrühstückt habe ich ehrlicherweise vor dem PC, das mit dem Trinken, davon will ich gar nicht reden und jede winzige Konzentrationspause veranlasste mich dazu die Zeit dieser Pause wieder hintendran zu hängen, weil ich sonst ein schlechtes Gewissen hatte. Nur die regelmäßigen Telefonate mit meinen Eltern und meiner Schwester funktionierten. Obwohl ich meiner Schwester eher gut zusprechen musste, da sie Ihren Friseursalon auf unbestimmte Zeit schließen und der bereits bestehende Onlineshop angekurbelt werden musste. Der Satz „Ich hasse Homeoffice“ fiel ab spätestens diesem Zeitpunkt inflationär.

 

Die Kehrtwende in meinem Homeoffice Alltag 

 

Wir hatten uns schon ein Jahr zuvor entschieden, dass ein Großpudelwelpe bei uns einziehen sollte und hatten schon eine Züchterin kundig gemacht. Nach 5 Wochen Homeoffice zog dann unser kleiner 8 Wochen alter Welpe „Fluffy“ ein und ich wusste von jetzt auf gleich die Vorzüge des Homeoffices wieder zu schätzen. Eigentlich hätten wir uns Urlaub nehmen müssen, um Fluffy einzugewöhnen, aber durch das Homeoffice waren wir ja sowieso zuhause. Fluffy schaffte das, was ich selbst nicht schaffte: Er schaffte eine Routine, wo keine mehr war. Frühs aufstehen, fertig machen, raus an die frische Luft, Futter machen und dabei selbst gemütlich frühstücken. Auch die regelmäßigen Pausen forderte Fluffy ein, weil er ja noch nicht stubenrein war, spielen wollte und regelmäßig mit Futter versorgt werden musste – da war ihm auch egal, ob wir gerade ein Videomeeting haben & das ganze Team durfte Fluffy per Video kennenlernen. Die ganze Familie war so verliebt, dass die Telefonate endlich nicht um Probleme im Homeoffice gingen, sondern wie es unserem Hund ginge und wie er sich so mache. Der Tag war zwar weiterhin vollgepackt, aber sehr viel ausgeglichener. Seitdem weiß ich das Homeoffice sehr zu schätzen, auch wenn ich die Kollegen & Gespräche im Büro vermisse und gerne mal wieder face to face gemeinsam mit Ihnen Ideen entwickeln möchte, ohne Videokonferenztools nutzen zu müssen. Aber hey - wir sind alle gesund und hoffen Sie sind es auch!

 

Mein Fazit: Homeoffice ist nur toll, solange man es schafft eine Routine beizubehalten!

 

Ein Beitrag von Christina Höflich-Staudt

 

 

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