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Geschichten aus dem Homeoffice: Meike Schumacher

Homeoffice – was war, was ist, was bleibt?

 

Sind Sie auch im Homeoffice? Das Projektteam von mainproject digital arbeitet – wie nahezu alle Mitarbeiter der Hochschule – von zu Hause.

 

Homeoffice ist allerdings nicht mehr das, was es einmal war… Ich habe auch vor Corona einmal pro Woche im Homeoffice gearbeitet. Ich habe mir für diesen Tag immer Arbeit vom Büro nach Hause „mitgenommen“. Theoretisch hätte ich über eine VPN-Verbindung Zugriff auf unsere Hochschul-Laufwerke haben sollen, allerdings hat das aus irgendwelchen Gründen bei meinem Laptop nicht funktioniert. Es war aber auch egal, weil ich mir für diesen Homeoffice-Tag immer eine Studie, einen Bericht oder eine Präsentation als Arbeit aufgehoben habe und mir dann einfach die letzte Version per Mail am Vortag zugeschickt habe. Ich bin an diesen Tagen aufgestanden, in bequeme Klamotten geschlüpft und habe mich ungeschminkt und unfrisiert mit einem Kaffee an die Arbeit gemacht. Natürlich hat mich an diesen Tagen auch mal jemand aus dem Büro angerufen, macht aber nix – sieht mich ja niemand!

 

Seit ich jetzt quasi in meinem Homeoffice eingezogen bin, wurde alles völlig anders. Es fing schon damit an, dass ich eine funktionierende Infrastruktur benötigte. Ich hätte mir natürlich auch den kompletten Inhalt unseres Projektlaufwerkes auf einen USB-Stick ziehen können, aber es sollte ja fortan keine 20 Versionen aller Dokumente geben. Daher habe ich mal ein Ticket bei unserem Rechenzentrum aufgemacht und 2 Stunden und eine Teamviewer-Session später war die Verbindung hergestellt. War gar kein Problem – hätte ich längst mal machen können. Nachdem knapp eine Woche lang alle still vor sich hingearbeitet haben und klar war, dass das wohl noch eine Weile so weitergehen wird, fingen wir auch langsam an, unsere gemeinsamen Standup-Meeting-Kaffeepausen zu vermissen. Wir beschlossen also uns zweimal pro Woche bei einem Zoom-Meeting zu treffen, uns auszutauschen und – natürlich – einen Kaffee zusammen zu trinken.

 

Dann stand das regelmäßig, zweiwöchentlich stattfindende Projektmeeting auf dem Programm. Auch hierfür wurde technisch mit GotoMeeting eine hochschulweite Lösung gefunden. Da das so gut klappte, beschlossen wir im Projektteam, diese Webmeetings nicht wie gewohnt im zweiwöchentlichen Rhythmus, sondern zweimal wöchentlich zu machen. Unser Projektauftrag besteht darin, Wissenstransfer zu betreiben. Diesem Auftrag sind wir hauptsächlich in Form von Vortragsveranstaltungen und Workshops nachgekommen. Um nicht auf unbestimmte Zeit alles abzusagen, haben wir auf Webinare, Online-Diskussionsrunden und Onlinekurse umgestellt. Und so kommt es, dass ich nun gefühlte 12 Stunden am Tag vor einer Kamera sitze. Selbst meine Eltern haben die Videotelefonie für sich entdeckt…

 

Dieser lässige „Undone-Look“ mag bei einem Teenager oder auch noch bei einer Mitte 20-jährigen cool bis süß wirken – ich befürchte bei mir ist das nicht so (Anmerkung: gemeint ist der natürliche – nicht der mit viel Aufwand kreierte „Undone-Look“) … Vorbei sind also die Zeiten des Homeoffice-Schluri-Tages. Ich sitze jetzt so vor dem Laptop, wie ich mich auch im Büro zeigen würde (zumindest obenrum – manchmal trage ich eine Jogginghose, aber das bleibt unser Geheimnis, ok? ;-))

 

Da nicht nur der mainproject Wissenstransfer sondern auch der komplette Lehrbetrieb dieses Semesters ausschließlich digital stattfindet und ich somit auch meinen Lehrauftrag digitalisieren muss, habe ich mich in den letzten Wochen mit allerlei Tools beschäftig. Ich bin völlig beeindruckt davon mit wieviel Engagement hochschulseitig den Mitarbeitern in Schulungen und Frageforen die unterschiedlichsten Tools und didaktische Tipps nähergebracht werden. Ich bin sehr dankbar für diese Hilfe! Ich habe so viel Neues in kurzer Zeit gelernt, wie zuletzt in der Schule! Ein großer Teil der Infrastruktur, Soft- und Hardware zu denen gerade mit Hochdruck das Knowhow in meine Kolleg*innen und mich gepumpt wird, gibt es an der Hochschule schon seit Jahren. Es war aber immer eine Empfehlung oder mögliche Ergänzung zum „Normalen“ – die absolute Notwendigkeit, sich damit zu beschäftigen war einfach nicht da.

 

Werden wir jetzt, wo alles ganz gut läuft für den Rest unserer (beruflichen) Tage im Homeoffice sitzen? Wie wird unser Arbeitsalltag nach Corona aussehen? Ich denke, den meisten von uns ist der persönliche Austausch zu wichtig als dass wir komplett darauf verzichten wollen. Alles was wir in dieser Zeit gelernt haben, digitale Strukturen die geschaffen wurden, positive Effekte, die wir erlebt haben, werden wir aber auch nach Corona nicht wieder einfach ausschalten – warum auch?

 

Ich erlebe es beispielsweise, genau wie meine Kollegin Katja es in Ihrem Blogbeitrag geschildert hat, als positiv, dass sich Projektmeetings fokussierter und mehr auf gleicher Augenhöhe abspielen. Zudem tut unserem Team und dem Projektfortschritt der häufigere Austausch gut, der mit einer Anreise aller Beteiligten für ein Live-Meeting zweimal pro Woche viel zu aufwändig wäre. Wir haben riesige Schritte in Richtung papierloses Büro gemacht und selbst die Verwaltung der Hochschule braucht mittlerweile nicht mehr jeden Beleg in Papierform. Wir werden in Zukunft entscheiden können, welche Inhalte sich für welche Form am besten eignen ohne vorher zu überlegen, wer sich dann gegebenenfalls erst mal mit der technischen Lösung auseinandersetzen müsste. Wir können das dann schon! Alles wird gut – bleiben Sie gesund!

 

 

 

Ein Blogbeitrag von Meike Schumacher

 

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