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Förderungen sinnvoll? Ja oder Nein?

Die Digitalisierung schreitet voran. Damit alle Unternehmen mit der rasanten Weiterentwicklung Schritt halten können, gibt es einige Programme zur Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), also jener Unternehmen, die Zielgruppe unseres ESF-Projekts mainproject digital sind. Daher stellen wir in den kommenden Blogbeiträgen Förderprogramme unterschiedlicher Projektträger vor. So gibt es beispielsweise Programme, die in (die digitale Kompetenz von) Menschen investieren. Andere haben ihren Fokus in der Entwicklung von Software und wieder andere unterstützen die Anschaffung von IT-Infrastruktur. Heute wollen wir zunächst ein paar Rahmeninfos geben, für wen eine solche Förderung sinnvoll sein kann und welche Vorteile es hat, eine Förderung in Anspruch zu nehmen.

Warum sollte man unserer Meinung nach überhaupt ein Förderprogramm nutzen?

Zunächst einmal, in der Regel handelt es sich um nicht zurückzahlbare Zuschüsse, je nach Unternehmensgröße werden bis zu 50 % gefördert. Das kann eine deutliche finanzielle Entlastung darstellen und dabei helfen, Risiken abzufedern. Auch gibt es zinsvergünstigte Kredite: In Niedrigzinsphasen sind sie zwar kein wirklicher finanzieller Vorteil, doch sollte die Kreditfähigkeit nach Ratingkriterien nicht gegeben sein, kann ein solcher zweckgebundener Kredit doch seinen Sinn haben.

 

Ein weitaus wichtigeres Argument scheint uns aber doch die Tatsache, dass für die Beantragung von Fördermitteln das Unternehmen angehalten ist, ein Konzept zu erstellen. Ein Konzept, für welches man sich bewusst macht, welche Ziele man mit der digitalen Entwicklung verfolgt, welche Instrumente und Maßnahmen dazu nötig sind und welche Kosten dafür anfallen. Sprich: Man ist gezwungen, sich ernsthaft mit seiner Idee zu beschäftigen und  einen Plan zu entwerfen und vermeidet so bei aller Hektik des Tages, aus dem Bauch heraus zu handeln.

 

Ein weiterer Vorteil ist, dass man sich externe Experten ins Boot holen kann. Menschen, die über den Tellerrand des Unternehmens schauen und so wertvollen Input leisten können. Als Qualitätsmerkmal des Coaches dienen zum Beispiel Auditierungen und Zertifizierungen durch den jeweiligen Projektträger.

 

Für wen ist eine solche Förderung nichts?

Manche Fördertöpfe sind voll und werden nur spärlich abgerufen. Woran liegt das? Zum einen sind manche Programme nicht so bekannt, manche sind auch nicht attraktiv, vielfach haben Unternehmen aber auch Vorbehalte gegen Fördermittel, da diese mit lästiger Bürokratie in Zusammenhang gebracht werden. Angefangen von der Beantragung bis hin zur Prüfung der Mittelverwendung sind in der Tat einige administrative Aufgaben zu berücksichtigen. Doch gibt es auch Programme, die mit wenig Bürokratie viel bewegen. Und schließlich helfen Kammern, Hausbanken und viele Coaches auch gerne bei der Beantragung im Vorfeld.

 

Gegenreden von Fördermitteln beziehen sich auch oft darauf, dass Investitionen und Bestellungen von Materialien erst nach Genehmigung des Antrags ausgelöst werden dürfen. Ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn ist in der Regel  ausgeschlossen oder wird erfahrungsgemäß nur in Ausnahmefällen von der Förderstelle genehmigt. Für sehr ungeduldige Menschen kann die Vorbereitungszeit und die Zeit, die für Diskussions- Entscheidungs- und Bewilligungsprozesse mit den Förderstellen notwendig ist, in der Tat ein Hindernis für eine Beantragung sein. Oft sind die Förderverfahren zweistufig. In der ersten Stufe wird mit der Förderstelle die Idee, der Arbeitsplan, die Finanzierung etc. besprochen. Wird diese Stufe erfolgreich bewältigt, fordert die Förderstelle zu formalen und rechtsverbindlichen Beantragung auf, worin die zweite Stufe besteht. Der hierfür benötigte Zeitraum hängt stark von der Komplexität, dem jeweiligen Programm und dem zuständigen Projektträger ab und kann zwischen einigen Wochen und vielen Monaten liegen.

 

Fazit

Wer ein wenig Geduld mitbringt und gerne strukturiert arbeitet, der kann von den Programmen zur Förderung der digitalen Transformation nur profitieren.

 

Was erwartet Sie in den nächsten Blogeinträgen?

Wir sprechen unter anderem mit einem Vertreter vom Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) über das Programm DigitaliseSME und mit einem Coach von unternehmensWert:Mensch plus.

 

Beitrag von Katja Leimeister

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