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Für Sie besucht: Delikte im Netz

In den Medien liest man immer häufiger von "Datenklau" und anderen Delikten im Internet. Überraschenderweise wurde Anfang des Jahres bekannt, dass sogar Mandatsträger und andere Personen des öffentlichen Lebens von Delikten betroffen, die nur aufgrund ungenügenden Schutzes der Daten möglich waren. Bei zahlreichen neuen Internetdeliktformen ist die Aufklärungsrate zum Teil eher niedrig, die Folgeschäden sind aber umso gravierender.

 

Die aktuellen Entwicklungen waren Anlass, das Thema Delikte im Netz genauer zu beleuchten. Prof. Georg Rainer Hofmann stellte im Vortrag verschiedene Deliktformen vor. Zum Beispiel sind Fakeshops ein Problem: Das sind Onlineshops, die nach Vorkasse entweder gar nicht oder minderwertig liefern. Im Business-Kontext kommt es vermehrt zu CEO-Fraud - eine Betrugsmasche, bei der Firmen unter Verwendung falscher Identitäten zur Überweisung von Geld manipuliert werden. Aber auch Cybermobbing, Phishing und Lösegeldforderungen zählen zu bekannten Delikten im Netz.

 

Live konnten die Teilnehmer beim Beitrag von Herrn Schulten dann nachvollziehen, wie sie beim Kauf auf beispielsweise Amazon oder Zalando ausgespäht werden. Facebook, googleanalytics & Co. lesen permanent mit und mehren die gesammelten Daten und Angaben über die Käufer und Nutzer. Referent Ernst Schulten konnte dies über ein Addon für den Firefox namens Lightbeam eindrucksvoll demonstrieren. Da wundert es nicht, dass man auf Facebook nach Besuch von diversen Onlineshops immer gleich passende Werbeanzeigen präsentiert bekommt.

 

Er empfiehlt daher, Ad-Blocker zu installieren, die das Mitlesen von sogenannten Third Parties unterbinden. Interessant auch die von Schulten mitgebrachte sprechende Puppe, die Kinderwünsche abhört und an den Spielwarenhersteller überträgt (dieses Spielzeug ist in Deutschland allerdings nicht für den Verkauf zugelassen!), oder die SnapChat-Brillen, die das Geschehen um uns herum aufnehmen und in Soziale Medien einspeisen können.

 

Schulten wies daraufhin, dass ein Blick in die Datenschutzrichtlinien bei jeder Art von elektrischem Gerät lohnt. Selbst bei Kühlschränken oder elektrischen Zahnbürsten sind Apps verfügbar, die all unsere Nutzungsdaten aufzeichnen und zum Hersteller oder Vertreiber zurückspiegeln. Letztlich könne Google & Co. ja nur das über uns wissen, was wir bereitwillig, wenn auch oftmals unwissentlich, preisgeben. Der Aufbau einer guten persönlichen Datenhygiene

kann daher nicht schaden: Informationen zum Schutz finden Sie auf www.webhygiene.de

 

Fazit: Es braucht eine Basis-Kompetenz jeden Bürgers und Nutzers, sorgsam mit den diversen Datensammlern und ihrer gegenseitigen Vernetzung umzugehen.

 

Zu den Referenten:

 

Herr Schulten beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Phänomen der Internetdelikte und ihrer Prävention. Herr Prof. Hofmann hat zu diesem Thema unter anderem an der letzten Jahrestagung der Bundesnetzagentur in Berlin im September 2018 einen Vortrag über die neueren Entwicklungen gehalten.

 

Unterlagen aus der Veranstaltung finden Sie hier.

 

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