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Was haben wir aus 2020 gelernt? Und was wird uns 2021 bewegen?

 

 

Ein Beitrag von Katja Leimeister und Meike Schumacher

 

Diese Fragen haben wir beim mainproject digital Adventskolloquium den geladenen Gästen gestellt. Per Zoom waren wir am 8. Dezember zusammengekommen, um uns mit Kooperationspartnern zum Thema Digitalisierung, Wissenstransfer und Weiterbildung auszutauschen. Natürlich waren die Wahrnehmungen von den aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie sowie deren Folgen geprägt.

 

Was haben wir aus 2020 gelernt?

 

Einig waren sich alle Teilnehmer/innen, dass die Digitalisierung einen großen Schub erhalten hat. Viele neue Tools kamen zum Einsatz, Tools, die es teilweise schon seit vielen Jahren gibt, die sich aber bisher nicht flächendeckend durchgesetzt hatten. Man denke an ZOOM oder MS Teams, die vielfach über Nacht in den Unternehmen implementiert wurden. Dass dabei nicht immer alles sofort glatt lief, - das wurde mit Schmunzeln und einer neuen Gelassenheit beobachtet, der Mut zum Experimentieren war beachtlich. Nach wenigen Wochen lief technisch bei den meisten alles rund, die Homeoffice Plätze waren eingerichtet, doch der persönliche Kontakt fehlte manchen schon, so dass mit Freude im Sommer bei geringen Fallzahlen die Möglichkeiten von Präsenz in Büro, Besprechung und Veranstaltung genutzt wurden.

 

Offensichtlich wurde, dass fast alle von uns bestimmte Kompetenzen erst erwerben mussten. Dazu gehören zum einen das versierte Nutzen der neu eingeführten Tools aber auch das Führen und das Zusammenarbeiten auf Distanz. Das Angebot an Webinaren zu diesen Themen ebenso wie Lernnuggets auf Google und YouTube ist schier explodiert und wurde auch reichlich genutzt. Die Berührungsängste mit virtuellen Lernformaten stellten sich als gering heraus: Man kann sich einfach und ohne Verpflichtung mal einloggen, bei Nichtgefallen gehen und hat somit ein niederschwelliges Angebot. So haben wir uns alle in diesem Jahr auf unterschiedlichen Bereichen formell und informell weitergebildet, sich mit Kolleg/innen ausgetauscht und voneinander profitiert.

 

Neu war in diesem Jahr auch die Verbreitung von hybriden Veranstaltungsformaten. Während man aus dem Fernsehen bereits seit Jahren die Zuschaltung von Experten zu Talkshows mit Präsenzgästen kennt, wurden hier von Anbietern aller Art erste Schritte in diese Richtung gemacht. Dass dies technisch nicht immer so trivial ist, haben wir am eigenen Leib erfahren. Unser Format Ringvorlesung Nachhaltigkeit mit 25 Zuhörern vor Ort und rund 100 Zuhörern im virtuellen Raum verlangte von uns Kreativität und gute Nerven ab.

 

Zu guter Letzt: Wer hat am meisten unter der geringen Präsenz derer, die sich ins Homeoffice zurückziehen konnten, gelitten? Es sind vor allem die jungen Leute, denen Praktikumsplätze verwehrt wurden und denen somit ein wichtiger Teil ihrer Berufsorientierung fehlt. Ebenso diejenigen, die mit geringer Berufserfahrung auf einem neuen Arbeitsplatz keine Einarbeitung erfahren haben.

 

 

Was wird uns 2021 bewegen?

 

Nun gilt es, aus den Erfahrungen, die 2020 gemacht wurden, zu lernen und die richtigen Schritte daraus abzuleiten, damit die Digitalisierung, die Einzug in die Unternehmen erhalten hat, keine Ad-Hoc-Behelfslösung bleibt. Die Digitalisierung in vielen Geschäftsbereichen und die Ausweitung von Homeoffice werden uns auch 2021 weiter intensiv beschäftigen. Hierbei wird es jedoch – im Vergleich zu 2020 – weniger um die technische Machbarkeit, sondern vielmehr um rechtliche, organisatorische und soziale Fragestellungen gehen: Wie kann die Zusammenarbeit in verteilten Teams möglichst gut organisiert werden oder wie muss Führung „auf Distanz“ neu gedacht werden? Auch Fragen des Arbeitsschutzes – sowohl der physischen als auch psychischen Gesundheit der Arbeitnehmer – werden in diesem Zusammenhang weiter diskutiert werden.

 

Durch das – gezwungenermaßen – komplette Umkrempeln der gewohnten Bahnen haben sicher die meisten von uns die Erfahrung gemacht, dass man nie ausgelernt hat, aber auch unheimlich viel Neues in kurzer Zeit lernen kann! Zu der Frage, wie Aus- und Weiterbildung digital und hybrid umgesetzt werden kann, wurden sowohl auf Anbieter- als auch auf Nachfragerseite viele Erfahrungen gesammelt, die nun Schritt für Schritt weiterentwickelt werden müssen. Insbesondere modulare Weiterqualifizierungsangebote sind gefragt und sollten zu anschlussfähigen Konzepten entwickelt werden.

 

Viele Unternehmen haben mit den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie und insbesondere des Lockdowns zu kämpfen. Berufseinsteiger und andere Personen auf Jobsuche fragen sich, welches Unternehmen die richtigen Voraussetzungen für die Zukunft mitbringt. Hier sind Unternehmen gefordert, Lösungen zu erarbeiten, um Einblicke in ihr Unternehmen auch in Pandemiezeiten ermöglichen und ein reibungsloses digitales Recruiting zu gewährleisten und so für Bewerber interessant zu bleiben (oder zu werden). Aber auch das bestehende Personal darf nicht vernachlässigt werden und sollte ermutigt und befähigt werden, sich weiterzuqualifizieren. Neben der Anpassungsqualifizierung, die den Mitarbeitern ermöglicht, mit den derzeitigen Anforderungen im Unternehmen Schritt zu halten, spielt für die Mitarbeiterzufriedenheit auch die Möglichkeit zur Persönlichkeitsentwicklung eine wichtige Rolle. 

 

YouTube

 

Schauen Sie auch auf YouTube vorbei; dort haben wir in unserer Folge 31 O-Töne der Teilnehmer/innen vom Adventkolloquium eingefangen. 


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